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Homöopathie


Der Begründer der Homöopathie ist Samuel Christian Hahnemann. Seine Lebensgeschichte finden Sie hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Hahnemann.

 

Hahnemann stiess bei der Übersetzung der "Arzneimittellehre" von Cullen, einem englischen Arzt, auf einen scheinbaren Widerspruch. Cullen führte die Wirkung von Chinarinde bei Malaria auf ihre Stärkung des Magens zurück. Um der Sache auf den Grund zu gehen, probierte Hahnemann die Wirkung an sich selbst aus und machte damit die erste Arzneimittelprüfung. Er stellte fest, dass Chinarinde Malariasymptome in einem gesunden Körper auslösen kann. Daraus und aus vielen weiteren Selbstversuchen entstand das bekannte similia similibus, d. h. Ähnliches mit Ähnlichem. Erst die Schüler Hahnemanns fügten das Wort "curentur" bei, und vervollständigten den Leitspruch der Homöopathie: Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden.


Der Name der neuen Therapieform leitete Hahnemann aus dem griechischen ab, nämlich: homoion = ähnlich und pathos = Leiden.


Heute wissen wir, dass das ein Mittel, das Symptome bei einem Gesunden auslöst, zur Heilung ähnlicher Symptome bei Kranken eingesetzt werden kann. Was unterscheidet nun aber die Homöopathie von der Pharmazeutik?


Die Pharmazeutik wirkt häufig suppressiv und verwendet ein Mittel für alle Wesen, die an einer bestimmten Krankheit leiden. Die Homöopathie dagegen wird nicht auf die Krankheit selbst, sondern auf die spezifischen Symptome eines Kranken abgestimmt. Also bekommt ein hustender Hund nicht einfach ein Mittel gegen Husten, sondern das Mittel, das seînem persönlichen Arzneimittelbild am besten entspricht. Dazu werden alle Begleitumstände in die Mittelwahl mit einbezogen.


Wie wirkt Homöopathie?
Das ist die Frage, die die Wissenschaft an der Homöopathie zweifeln lässt. Es gibt bis heute keine wissenschaftlich nachvollziehbare Erklärung für die Wirkung der homöopathischen Mittel. Deswegen wird gerne auf den Placebo-Effekt verwiesen. Wenn Homöopathie tatsächlich nur aus Placebo-Effekten bestünde würde, dürften Kinder und Tiere keine Reaktionen zeigen. Sie wissen ja nicht, dass dieses Mittel ihnen helfen soll.


Ein weiteres Argument für die Wirkungsweise der Homöopathie in Bezug auf die Tiere ist der Gedanke, dass die vermehrte Zuwendung zur Heilung führt. Wenn dem so wäre, wie könnte dann mein Hund unterscheiden zwischen einem Stück Würfelzucker und den Globuli, die seiner Genesung dienen sollen? Müsste dann nicht auch der Würfelzucker zur Heilung beitragen? Das tut er aber nicht, wie die Leute wissen, die ihre Tiere homöopathisch behandeln lassen.


Tatsache ist, dass die Wirkung von Homöopathie nicht auf grobstofflichem Weg erklärt werden kann. Der berühmte Vergleich mit dem Esslöffel Zucker im Bodensee hinkt also auf beiden Beinen. Homöopathie will gar nicht mit Wirkstoffen arbeiten, im Gegenteil: Je weniger Wirkstoff, desto deutlicher die Reaktion auf das Mittel. Ich persönlich neige am ehesten zu der These, dass homöopathische Mittel dem Körper eine Information liefern, die ihn veranlasst, sich selbst gegen die Krankheit zur Wehr zu setzen.


Wie sieht es mit Nebenwirkungen aus?
Man hört oft, dass Homöopathie keine Nebenwirkungen zeigt. Das stimmt nicht. Es ist wohl wahr, dass Homöopathie im Gegensatz zu pharmazeutischen Mitteln kaum Schäden an Niere, Leber usw. hinterlassen wird. Sie kann aber durchaus auch Nebenwirkungen zeigen. Falsch gewählte Mittel können Symptome unterdrücken oder verschleiern. Zu hohe Dosen oder zu häufig verabreichte Mittel können zu einer Arzneimittelprüfung führen, d. h. das Tier zeigt die Symptome der Krankheit, die dem Mittel entsprechen.


Eine andere Art von Nebenwirkung kann die sog. Erstverschlimmerung sein. Das kann ein Zeichen sein für falsche Potenz oder zu hohe Dosierung. Wenn sofort danach die Besserung einsetzt, ist dagegen nichts einzuwenden. Sonst sollte der Fall neu überprüft werden.


Was versteht man unter der Potenz eines Mittels?
Homöopathische Mittel werden durch Verdünnung und Verschüttelung "potenziert". Man nimmt eine sog. Urtinktur - also z. B. ein Pflanzenauszug in Alkohol. Im ersten Potenzierungsschritt verdünnt man 1 Teil Urtinktur mit 9 Teilen Alkohol und verschüttelt es, indem man es genau nach Vorschrift 10 x kräftig auf ein Lederkissen schlägt. Dies entsprich der ersten D-Potenz.


Man unterscheidet:

- D-Potenzen: Verdünnungen im Verhältnis 1:10 (dezimal)

- C-Potenzen: Verdünnungen im Verhältnis 1:100 (centesimal)

- Q- oder LM-Potenzen: Verhältnis 1:50'000 (Q=quintagintamila, LM =L-fünfzig, M-tausend)


Der Einsatz der verschiedenen Potenzen ist nicht eindeutig geregelt. Je nach Schule und Krankheit werden sie unterschiedlich eingesetzt. In erster Linie entscheidet die sorgfältige Mittelwahl über den Erfolg. Die Wahl der Potenz ist sozusagen die Feinabstimmung.


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